Ardennenrundfahrt

des Lions Club Gedinne Croix-Scaille  13.04.2019 Biévre Belgien

 

Für viele unsere  Mitglieder  des Quadclubs „Quads4Hearts“ ist Biévre schon ein fester Termin in der jährlichen Planung. Daher begannen die Planungen bei uns schon sehr früh.  Sobald das Datum der Rundfahrt feststand wurden schon  Pensionen gebucht ob wohl wir gar nicht wussten ob unsere Anmeldung erfolgreich sein würde. Am 1 März um 0:00 wurden die Anmeldung für die Rundfahrt eröffnet. 

Bei der sechzehnten  Ausgabe der Ardennentour waren die zur Verfügung gestellten 300 Startplätze im Nu vergeben so das der Veranstalter schon 48 Stunden nach Eröffnung der Anmeldung diese schon wieder schließen musste. Kein Wunder, denn „BIEVRE“ gehört längst nicht mehr in die Kategorie Geheimtipp und ist mit Ausnahmen einer der wenigen Veranstaltungen wo man noch offiziell durch Wald und Wiese Offroad fahren darf. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 konnte man noch 2 Wochen nach Start der Anmeldungen einen Startplatz ergattern. 

(Von so einem regen Interesse können wir bei unseren Spendentouren von Quads4Hearts nur träumen. Zwar bekommen wir auch alle Startplätze belegt aber dauert dies ein paar Monate. J

 

Eine Woche vorher begannen dann die konkreten Vorbereitungen. Maschinen warten, Werk und Flickzeug, Minikompressor und Gurte zusammen suchen, Akkus der Actioncams laden und packen. Ganz wichtig die Startunterlagen nicht vergessen! J

 

Um Samstags ausgeruht an der Tour teilnehmen zu können, machten sich Helge und meine Wenigkeit schon Freitag mittags auf den Weg in Richtung Belgien.

 Ankunft:

 

Nach 270km Fahrtstrecke haben wir unser Ziel Bièvre erreicht. Mit der Ankunft am Freitag zählten wir bei weitem nicht zu den ersten Anreisenden. Man begegnete schon hier und da dem ein oder anderen ATV.

Im Vorfeld hatte es in Biévre geregnet, so dass es sicher nicht wie letztes Jahr eine staubige Angelegenheit werden würde.   Mud Fans kommen am heutigen Tag mit Sicherheit auf ihre Kosten. Ich sage immer Wasser von unten  TOP - Wasser von oben Schrott.

Wir luden ab und bezogen unser B&B im Nachbarort.

Die Tour:

 

Das Tourwetter  begegnete uns jedoch, durch einen Temperatursturz, frostig/eisig.  Zum Glück hatte ich wohlweislich noch schnell  lange Unterwäsche ins Auto geschmissen. Unsere Maschinen waren morgens mit Raureif überzogen und ich war sichtlich froh meiner CF 800 im Laufe ihres Lebens eine Griffheizung verpasst zu haben.

Ab 5 Uhr morgens  begann der größte Teil des Anreiseverkehrs und erfüllte den Ort mit Motorenlärm. Überall wurde Quads, ATV’s oder Side by Sides von Trailern abgeladen oder fuhren schon durch die Gegend.  Parkplätze wurden knapp und an der örtlichen Tankstelle standen die geländegängigen Fahrzeuge Schlange.

 Es ist immer wieder ein Genuss so viele Quad -Gleichgesinnte in einem so kleinen Örtchen Namens Bievre zu sehen. Man hat den Eindruck dass an diesem einem Tag im Jahr mehr Besucher als Einwohner dort vertreten sind.

 


Kurz vor 8 Uhr konzentrierte sich der Strom der Fahrer Richtung Gemeindehaus. Dort trafen wir viele weitere Freunde und Bekannte der Szene mit denen wir uns teilweise zusammen schlossen.

 

Nun heißt es Anmelden um seine Startnummer bekommen.  Die Anmeldung beim Organisator   Lions Club Gedinne Croix-Scaille ging wie gewohnt organisiert und zügig von statten.  Die örtliche Polizei war zwar vor Ort aber Kontrollen der Maschinen gab es keine.

Nachdem wir  unsere Leibchen bekommen hatten konnten wir endlich starten. Aber nicht ohne unser zweites belgisches Frühstück (das erste gab es schon in der Pension) – bestehend aus Croissants Kaffee oder Kakao einzuverleiben. 


Wichtig für alle Neulinge:  Die 115 km lange Rundfahrt ist kein Rennen! Es gilt die Devise: Wer langsamer fährt, hat einfach mehr vom Tag  und wenn man doch von einem schnelleren Fahrer eingeholt wird, winkt man sie einfach an einer passenden Stelle freundlich vorbei. Deshalb ging es in einem angenehmen Tempo von ca. 75 Sachen los. Wohl wissend das uns Schlammlöcher, Bäche und steckenbleibende Quads unser Tempo eh noch verringern würden. Offroad und der Zusammenhalt von allen Quadfahrern aus mehreren Ländern -  das macht Biévre eben aus.  Mehr dazu noch später..

Die gesamte Wegstrecke war mit Kalk und ausreichend  Schildern im Vorfeld von den Veranstaltern markiert worden. Vorbei ging es auf dem Rundkurs an drei wunderschönen restaurierten  gelegenen Mühlen mit ihren Fischteichen, durch Nadel und Laubwälder, Schotterstraßen und Felder. Die Landschaft wechselte oft ihr Gesicht so dass uns viel tolle Eindrücke in Erinnerung bleiben werden. Das Wetter blieb bis auch kleinere Schneeschauer stabil um die null Grad.  Wenn die Sonne sich einmal den Weg durch die Wolken gebahnt hatte, luden Wiesen entlang des Weges zu einer Pause ein.

Unser Fahrzeuge, zwei  Polaris Sportsman, eine 500’er Can Am  und eine CF-800 kamen gut voran und meisterten die Schlamm und Wasserlöcher mit Bravur. Dass wir nun  Alle von Kopf bis Fuß eingesaut waren, störte hier niemanden.  Das gehört einfach dazu! Lediglich Actioncam und Visier wurden ab und zu saubergewischt.  Weiter ging es über Stock und Stein, bzw. muss man über Stock und Wurzel sagen, welche uns stellenweise gut durchrüttelten. Ab und zu durchzog ein Bachlauf unseren Weg.  Schon bald merkte man das, wie oben schon beschrieben, dass die Rundfahrt keine Rennveranstaltung ist, sondern eine gemeinschaftliche Tour. So wurde ich angesprochen ob ich mit Benzin aushelfen könnte.  Dank eines 5 Liter Rotopax Reservekanister – kein Problem!

 

 

 

Die Geschwindigkeit auf den 115 km Ardennentour, wovon 90 km durch reines Gelände führten, musste immer wieder an die neuen Begebenheiten angepasst werden. Die ausgewiesene Strecke bestand größtenteils aus Waldwegen,  mit massiven Spurrillen, teils enge verbuschte Pfade und sehr oft Schlammgruben.  Besonders das ausgewaschene Bachbett und zwei steile bergauf Passagen  forderten unsere volle Konzentration und Können. 

Schlamm verkrustet aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht, kam wir nach 4 Stunden Fahrzeit wieder wohlbehalten  in Biévre an und verleibten uns hungrig das Mittagessen ein.

 Kurz um: Es war wie immer ein toller Tag und eine super Tour! Nun heißt es leider wieder 365 Tage warten.

 

Auf der Rückreise geriet ich noch in eine belgische Polizeikontrolle, welche sich wunderte warum so viele Trailer mit Quads auf den Straßen unterwegs waren.  Mit 0% Alkohol im Atem und einer vorbildlichen Ladungssicherung  entließen die 2 freundlichen Polizisten mich aus der Kontrolle. Heftigste Schneeschauer zwangen mich die Geschwindigkeit auf der Heimreise drastisch zu verringern.  Safty first!