Abenteuer Quad fahren

Ausruhen kommt später...


 

 

Unser Hobby - Quad fahren

 

"Wie ist das eigentlich so mit einem Quad zu fahren?" Diese Frage hören wir relativ häufig, wenn wir unterwegs sind. Die erste und wichtigste Antwort lautet bei uns:

Einfach nur unbeschreiblich geil J

Aber neben Faszination, Begeisterung, dem Gefühl von Freiheit und jeder Menge Spaß, gibt es auch weniger schöne Erlebnisse, von Kosten,  Zeit für Wartung oder  Reparaturen.

 

Wir möchten hier auf alle Vorzüge und Nachteile dieses faszinierenden Hobbys eingehen. Ersteres liest man natürlich häufiger und der Spaß steht mit Sicherheit auch an erster Stelle, aber wir möchten auch die andere Seite der Medaille nicht verheimlichen!

Zuerst einmal starten wir aber mit der Entstehungsgeschichte des Quads. Viele denken das die Quads wie viele andere neuen Sportarten aus den USA oder Fern Ost kommen. Weit gefehlt.

 

History

Das erste Quad wurde in Deutschland, von der Firma Faun 1962 für zivile Zwecke entwickelt. Damals noch unter der Bezeichnung Kraftkarren (KRAKA). Im Auftrag der  Bundeswehr wurde es dann ab 1971 erprobt und 1974wurde 862 Stück an die Luftlandeverbände  ausgeliefert.

 

Panzerabwehrtrupp des FJgBtl 272 mit Kraka und Rüstsatz Milan (Foto Archiv der Bundeswehr)
Panzerabwehrtrupp des FJgBtl 272 mit Kraka und Rüstsatz Milan (Foto Archiv der Bundeswehr)

Honda fertigte später in den USA All-terrain-Räder (ATC, auch Tri-Z) mit drei Rädern an. Sie dienten in den Wüsten Kaliforniens als Fun-Gefährt. Das meiste Gewicht lagert bei diesem Gerät auf der Hinterachse. Das erschwert jedoch das Lenken, wodurch es zu vielen Unfällen kam. Die Fahrzeuge wurden daher verboten. Suzuki umging das Problem durch ein viertes Rad. Der erste richtige Quad, die Suzuki LT 125, war geboren. Im Laufe der Zeit wurde der Aufbau der Fahrzeuge, z.B. Federung und Motor, weiter verbessert.

 

 

Quad fahren macht Spaß!

... das weiß jeder, der schon mal auf einem solchen Gefährt durch die Gegend düsen durfte. Quad fahren als Hobby ist ein riesiges Vergnügen für:

 

 

 

Männlein wie Weiblein

Jung und Alt

Groß und Klein!

Körperlich behinderte Menschen

als Fahrer oder Beifahrer

So sieht es aus, wenn der Papa  mit dem Junior einmal in die Grube fährt
So sieht es aus, wenn der Papa mit dem Junior einmal in die Grube fährt

 Man ist eigentlich nie zu alt dafür Quad zu fahren oder es zu erlernen. Moderne Fahrzeuge lassen sich, dank eines Automatikgetriebes, sehr leicht und komfortabel bewegen. Auch im fortgeschrittenen Alter kann man so durchaus noch die Freiheit spüren, die man sich auf einem Motorrad eventuell nicht mehr zu traut. Mehr Information findet unter Handhabung eines Quads


Im Umkehrschluss kann man ebenfalls (fast) nicht zu jung dafür sein - Zwar darf man unter 16 Jahren leider nicht motorisiert am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, aber  es erfreuen sich bereits Kinder und Jugendliche daran mit entsprechend kindergerechten Maschinen über Äcker, Wiesen oder sogar Motocross-Strecken zu düsen. Für Kinder gibt es von Elektromodellen angefangen, über 50ccm bis hin zu 125ccm Maschinen eine große Auswahl.

Mehr Infos findet Ihr deshalb auch in der Rubrik "Kinderquads"

 

 

Ganz nach dem Motto: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, gibt es für körperlich eingeschränkte Menschen auch spezielle Umbauten, die den motorisierten Genuss unter freiem Himmel möglich machen. Die Palette reicht da von Drehgas, Einhand-Bedien-Konzepten über beinfreies Schalten und Bremsen bis hin zu speziellen Haltesystemen. Zum Beispiel für Rollstuhlfahrer.

Hier seht ihr Jürgen Sommer auf  seiner CanAm mit seiner selbstgebauten Aufnahme für seinen Rollstuhl
Hier seht ihr Jürgen Sommer auf seiner CanAm mit seiner selbstgebauten Aufnahme für seinen Rollstuhl

 

Dass Frauen kein Quad fahren können, ist schlichtweg genauso ein Ammenmärchen, wie das Frauen kein Autofahren können! Immer öfter sieht man das weibliche Geschlecht auf einem Quad sitzen, und zwar nicht nur als Beifahrerin.

 

Zwar wird der Anteil noch lange keiner politischen Frauenquote gerecht, aber viele von uns Quadfahrern sind bemüht dies zu ändern, denn schließlich gibt es kaum was Schöneres als sein Hobby mit seinem Partner gemeinsam zu erleben.

Quadtreffen im Offroadgelände beim Quadtreffen Sinzig 2015
Quadtreffen im Offroadgelände beim Quadtreffen Sinzig 2015

 

Allgemein kann jeder eine Menge Spaß mit einem der kleinen und quirligen Fahrzeuge haben. Man fährt alleine, man fährt in Gruppen, mal eine Tour über Landstraßen und Ortschaften, mal einen Offroad-Ausflug in ein entsprechendes Gelände... (Ist man jedoch Abseits von Straßen unterwegs,so sollte man aus Sicherheitsgründen nie alleine Fahren!) Das Hobby an sich ist sehr vielfältig und bietet die verschiedensten Möglichkeiten. Wir von den Quadschweinen sind ständig irgendwie, irgendwo unterwegs. Meist trifft man uns im Hunsrück, Westerwald, an Rhein oder Wied sowie der näheren Umgebung an. Für Quadtreffen legen wir aber auch mal einige hundert km auf der Straße zurück.

 

 

Das Quad als Autoersatz

 

Gleich vorneweg möchten wir hier dringende Aufklärungsarbeit leisten. Denn immer wieder kommt es vor, dass der ein oder andere ernsthaft darüber nachdenkt umzusteigen. Vom teuren Auto weg doch lieber einen günstigen Roller oder ein günstiges Quad anschaffen um täglich die 10 Kilometer zur Arbeit oder morgens zum Bäcker zu fahren. Mit dem günstigen Roller klappt es meist schon. Jedoch die Rechnung "günstiges Quad" geht meistens nicht ganz auf. 

 

 

Das Fahren mit dem Quad, macht zwar mehr Spaß als mit dem Auto, aber wirklich günstiger kommt man damit nur selten hin. Kurze Wartungsintervalle, schlechte KFZ-Steuereinstufung und einige andere Punkte können das Quad als Autoersatz schnell teurer werden lassen als das ersetzte Auto es wäre. Mehr dazu im Abschnitt "Kosten" weiter unten.

 

Lange Strecken sind mit den vierrädrigen Bikes nicht so ohne weiteres möglich. Für Besuche bei Verwandten, in der 300 Kilometer weit entfernten Stadt, sollte man lieber ein Auto oder ein Bahnticket in der Hinterhand haben. Die ganze Familie passt sowieso nicht  auf ein Quad, und auch Bello und Kitty sind auf Quads weder wirklich praktisch noch erlaubt.

 

Dazu kommen die Wetterschwankungen denen man ohne schützendes PKW-Dach ausgesetzt ist. Es gibt zwar gute regendichte Kleidung für Allwetterfahrer, aber trotzdem möchte sich nicht jeder gerne morgens im Regen auf den nassen Gaul setzen um zur Arbeit zu fahren.

 

Ebenfalls ein Punkt, den man nicht vergessen sollte ist der fehlende Stauraum. Natürlich kann man im Rucksack einiges mit nehmen, und bei größeren ATVs mit Koffersystemen kann man das ein oder andere verstauen. Aber auf dem Rückweg von der Arbeit mal eben zwei Kisten Getränke mit nehmen gestaltet sich da vielleicht schon etwas schwieriger, wenn man keine Wildwanne oder einen Anhänger besitzt.

 

Das alles soll jetzt nicht bedeuten, dass Quads unpraktisch sind, und man sich doch bloß nicht so ein Teil anschaffen soll! Wir möchten nur unmissverständlich darauf hinweisen, dass diese Fahrzeuge als Autoersatz in der Regel nicht zu empfehlen sind und man eine solche Entscheidung schnell bereuen könnte. Sie sind entweder als Spaßmobil oder als reines Arbeitstier konzipiert und funktionieren als solche auch prächtig. Wie jedes andere Hobby kostet Quad fahren eben Geld.

 

 Daher unser Tipp: zum Auto dazu JA, statt dessen NEIN! 

 

 

Was kostet ein Quad?

 

Das Thema Kosten ist natürlich ein Wichtiges, denn ohne Moos ist auch Quad-technisch nicht wirklich viel los. Neben den offensichtlichen Kosten kommt noch so das ein oder andere dazu, womit man eventuell nicht unbedingt rechnen würde. Zumindest nicht in solchem Ausmaß.

 

Natürlich ist es hier kaum möglich konkrete Zahlen zu nennen, die allgemein gültig sind. Zu unterschiedlich sind die Angebote der Hersteller und der einzelnen Werkstätten. Außerdem sind die Kosten auch sehr stark abhängig, wie viel das Fahrzeug genutzt wird, und ob es öfter in schwierigem Gelände beansprucht wird. Aber folgend versuchen wir mal etwaige Richtwerte mit zu geben um ungefähr einen Überblick zu bekommen.

 

 

Kaufpreis

Riesige Unterschiede gibt es da von Hersteller zu Hersteller, von Typ zu Typ und deren Ausstattung, usw. Preislich geht es relativ niedrig los. Geht man von Neufahrzeugen aus, gibt es bereist für 2.000 bis 3.000 Euro schon vernünftige Maschinen in der 250 ccm Kategorie. Die 450iger Maschinen kosten gerne mal 5.000 Euro aufwärts und auch oberhalb der 10.000 Euro gibt es durchaus noch eine relativ breit Auswahl an verschiedenen Fahrzeugen. Quasi sind nach oben keine Grenzen gesetzt.  Kinderquads sind bereits für unter 400 Euro in guter Qualität zu haben. Gute Gebrauchte aller Art bekommt man natürlich schon für viel weniger, allerdings muss man manchmal lange suchen, bis man etwas Passendes gefunden hat. Achtet auf jeden fall bei gebrauchten Fahrzeugen auf ein Tipp top geführtes Scheckheft! Eine Probefahrt und eine kurze Recherche im Internet z.B. Facebook enttarnt so manche TOP Straßenmaschine als oft defekte oder Offroad Maschine.

 

 

Zulassung

Die Zulassung fängt schon beim Fahrzeugkauf an! Seit Januar 2017 werden klassische Quads  mit VKP Zulassung  auf 90Km/H gedrosselt.  Daher  rate ich gleich einen LOF Umbau (Ackerschlepper  mit zusätzlicher  Anhängerkupplung,  ein Rückfahrlicht, Blinker vorne und hinten) vornehmen zulassen. Das ist zwar beim Kauf etwas teurer, jedoch darf man nun die Maschine ohne Begrenzung fahren die LOF Steuer ist viel Günstiger. Nebenbei spart man sich die Abgasuntersuchungen.

Genau wie beim PKW muss man die Gebühren der Zulassungsstelle und die Kosten für zwei Nummernschilder rechnen. Mit unter 80 Euro sollte das Thema aber gegessen sein.

 

 

Steuer

Die meisten Quads kommen ohne Euro-Schadstoffklassifizierung daher. Das bedeutet letztendlich nichts Gutes: Jedes Jahr sind 25,36 Euro pro angefangene 100ccm fällig. Eine 250 ccm Maschine kostet also knapp 75 Euro im Jahr, ein Fahrzeug mit 800 ccm sogar 200 Euro. Nur einige wenige Hersteller bieten Fahrzeuge mit Einstufung in eine Emissionsgruppe an. Dort sind die Steuersätze natürlich entsprechend günstiger.

 

Auch aus diesem Grund werden immer häufiger Quads mit der LOF Zulassung (Ackerschlepper) angeboten.   Ackerschlepper werden aber nach ihrem Gesamtgewicht eingruppiert und sind steuerlich wesentlich günstiger. Zur Zeit liegt der Steuersatz bei 11 Euro pro angefangenen 200kg.

 

Somit zahlt man Beispielsweise für eine Cf800 mit 800ccm und knapp über 400kg nur 66 Euro Steuer im Jahr.

 

Ein weiterer Vorteil bei LOF Maschinen ist das sie entdrosselt betrieben werden dürfen. Sprich – Es steht die volle KW Leistung  zur Verfügung…

 

 

Versicherung

Das Thema Versicherung ist für Quadbesitzer ganz besonders interessantes. Von einem Versicherungsanbieter zum anderen variieren hier die Preise so stark, dass jede genannte Zahl hier fast schon gelogen wäre. Einige Versicherer weigern sich auch komplett Quads zu versichern, oder gewähren dies nur für Bestandskunden. Hier gilt es also definitiv so viele Angebote wie möglich einzuholen.


Als Anhaltspunkt seien hier mal 200 bis 250 Euro pro Jahr für eine Haftpflicht mit Teilkasko mit einem Eigenanteil von 150 Euro im Jahr genannt. Jeweils ohne Schadensfreiheitsermäßigung, also auf 100% gerechnet. Ist man lange Zeit unfallfrei, wird es natürlich günstiger.


 

Wartung / Inspektion

 

Die Wartungsintervalle bei Quads sind nicht zu vergleichen mit denen von Autos. Während man mit seinem PKW alle  2 Jahre oder 20.000 bis 30.000 Km zur Inspektion fährt, fordern die meisten Quadhersteller Intervalle von durchschnittlich 6 bis 12 Monaten oder1.500 bis 6.000 Km. Und das meist nicht zu Unrecht. Die Maschinen sind für die Nutzung im Gelände ausgelegt. Motoren, Fahrwerk und andere Komponenten brauchen viel Pflege und müssen relativ häufig gewartet werden. Zwecks Garantieerhaltung bei Neufahrzeugen fährt man dazu zum "Freundlichen", dort fallen durchschnittliche Werkstattkosten zwischen 100 und 400 Euro pro Inspektion an.

 

 

Verschleiß / Reparaturen


Ersatzteile kosten für Quads nicht erheblich mehr als für andere Fahrzeuge auch. An Verschleiß hat man Reifen, Bremsen, Öl und je nach Fahrzeugtyp noch andere Teile z.B. für Variomatik. Die Kosten hierfür sind natürlich stark davon Abhängig, wie und wie viel man fährt.


 

 Benzinverbrauch


Wirklich sparsam sind die meisten aktuell angebotenen Fahrzeuge nicht. Leichte Maschinen brauchen zwischen 5 und 7 Litern auf 100 Km, schwere Maschinen und ATVs auch locker mal mehr. Vor allem harte Einsätze im Gelände lassen den Verbrauch schnell über 11 Liter steigen, während entspannter Fahrten über Landstraßen den Verbrauch natürlich entsprechend senken.  Achtung: Die Motoren vertragen  KEIN günstiges Normal oder  E10 Benzin! 

 

 

Was braucht man zum Quad fahren?

 

-Natürlich braucht man als aller erstes mal ein Quad. 

 

-Führerschein der Klasse B (normaler PKW Führerschein)

 

-einen Helm. Bezüglich der Helmart sollte man sich Gedanken machen, wo man hauptsächlich unterwegs sein wird. Einen Enduro/Cross Helm auf Landstraßen und Autobahnen zu tragen, macht um Beispiel gar keinen Sinn, denn diese sind sehr laut und luftig. Ein Integralhelm im Gelände hingegen kann schnell sehr warm und unangenehm werden und einem sogar die Sicht durch ein beschlagenes Visier versperren. Gute Beratung für den Kauf des richtigen Helm bekommt man im Motoradzubehör-Fachhandel. In jedem Fall sollte der Helm eine ECE 22-05 Prüfnummer tragen. Viele ältere Helme tun dies nicht, und sind folglich nicht mehr für den Gebrauch im Straßenverkehr zugelassen. Viele Fachleute raten dazu, alle 4 bis 5 Jahre den Helm wegen Materialermüdung auszutauschen. Die gewählte Kopfbedeckung sollte nicht zu billig sein, muss aber auch keine 500 Euro kosten. Für um die 150 Euro sind schon gute Helme zu finden.


- Warndreieck + Verbandskasten + Warnweste - Hier genügt es leider nicht, die kleine praktische Verbandstasche für Motorräder mit zu nehmen. Ein richtiger Verbandskasten fürs Auto ((DIN 13164) ist hier gefordert. Falls man keine Koffer oder Boxen am Quad hat, gestaltet sich die Befestigung nicht immer einfach. Da ist Kreativität gefragt und man kann natürlich auch andere Quadfahrer zu Ideen und Erfahrungen befragen. Kosten für die Sets gibt es schon für 10 bis 15 Euro. Mein Geheimtipp ist der 3 in 1 Holthaus Verbandskasten.

 

 

Das war es im Grunde genommen schon. Theoretisch ist man mit diesen Sachen bereit, um Deutschlands Straßen mittels Quad unsicher zu machen, alles andere ist optional und hier kann jeder frei Wählen und entscheiden!

 

 

Darüber hinaus gibt es aber einiges an Zubehör und Kleindung,

die das Fahren unter freiem Himmel nicht nur angenehmer sondern auch sicherer machen. Auch andere Dinge wie verschiedene Werkzeuge und Betriebsstoffe braucht man immer wieder mal, vor allem wenn man nicht wegen jeder Kleinigkeit eine Werkstatt aufsuchen möchte. Das ist natürlich alles kein Muss, denn man kann auch wunderbar ganz ohne all das auskommen. Aber wer die Vorzüge des einen oder anderen Zubehörartikels erst einmal kennengelernt hat, der möchte dies nie wieder missen.



  • Jacke & Hose - Eine gute Schutzkleidung mit integrierten Protektoren bietet natürlich Schutz, sollte man mal ungewollt von seiner Maschine absteigen. Je nach Unfall kann sie einem sogar das Leben retten. Aber auch Komfort und Funktion kommt bei guter Kleidung nicht zu kurz. Belüftungen und luftdurchlässige aber regendichte Membranen sogen für stets angenehmes, nicht zu warmes und nicht zu kaltes Klima beim Fahren. Auch hier gilt wie beim Helm: Die Art der Kleidung wird durch den geplanten Haupteinsatzzweck bestimmt. Zum Offroaden empfiehlt sich leichte MX-Kleidung, zum Touren eignet sich besser eine bequeme Textil-Funktions-Bekleidung. Für Allwetterfahrer gibt es nochmal spezielle Regenkleidung. Preislich die fangen  Textilien bei knapp 100 Euro für ein Set aus Jacke und Hose an. Für wirklich gute Kleidung sollte man aber eher um die 200 - 400 Euro rechnen.

 

  •  Schuhe - Niemand fährt im Sommer gerne mit qualmenden Füßen oder friert sich im Winter durch den Fahrtwind gerne die Zehen ab. Außerdem schützen gute Motorradschuhe auch gegen Verdrehen oder Umknicken bei einem Sturz. Hier gilt es einen brauchbaren und passenden Schuh für seine Bedürfnisse zu finden. Motorrad-Racing-Stiefel sind hier weniger geeignet. Touringschuhe für den Straßeneinsatz oder MX-Stiefel für ins Gelände. Fährt man auch bei nassem Wetter, sollte man auf Wasserdichtheit achten. Für 50 Euro aufwärts gibt es schon durchaus brauchbares Schuhwerk.

 

  • Nierengurt - Der Nierengurt ist ein 15 bis 30 cm breiter elastischer Gurt zum Schutz des menschlichen Körpers vor Auskühlung und mechanischer Belastung beim Motorradfahren. Eine weitere Aufgabe des Gurtes ist die Stützung der Gedärme insbesondere bei extrem hohen Vertikalbeschleunigungen, wie sie beim Überfahren von Bodenwellen oder Fahrbahnabsätzen auftreten können. In Extremfällen schützt er sogar vor inneren Verletzungen durch stumpfe Schlageinwirkung auf den Bauchraum, weil er diesen unter Kompression setzt.



  • Sturmhaube - Meiner Meinung nach gibt es viele Gründe, die für die Sturmhaube sprechen. Alle kennen Ralf Waldmann, auf einer Schulung habe ich erfahren, dass dessen Helm nach einem Rennen bei grosser Hitze bis zu 500g mehr wog, als vor dem Rennen. Da bin ich um jedes Gramm froh, welches die Sturmhaube absorbiert. Viele tragen Helme, die ein kleines Vermögen kosten, da sollte man m.E. auch darauf achten, dass man möglichst lange etwas von dem Deckel hat. Denn es ist erwiesen, dass Schweiß dem Helminnenfutter erheblich zusetzen kann. Meiner Erfahrung nach reduzieren sich auch die Windgeräusche beim tragen einer Sturmhaube. Moderne Integralhelme sind wegen der Aerodynamik sehr eng geschnitten. Dies ist gut, aber hinderlich beim auf- und abziehen des Helmes. Auch hier kann eine Sturmhaube Wunder bewirken. Der Helm "flutscht" einfach besser über die Rübe. Und dann das Klima. Für Ganzjahresfahrer ist dies kein Thema, sie wissen die Vorteile einer Sturmhaube zu schätzen. Heute gibt es für jeden Temperaturbereich die passende Sturmhaube. Achten sollte man auf eine ausreichend lange Halspartie, damit der Übergang zum Halswärmer bzw. Motorradjacke nahtlos funktioniert.

 

  • Motorradhandschuhe - Für Motorradfahrer sind sichere Handschuhe besonders wichtig. Egal, wie gut Kopf, Knie und Ellenbogen geschützt sind – der Abstützreflex bringt jeden Fahrer dazu, sich bei Stürzen mit den Händen abzufangen.  Aber auch ohne einen möglichen Sturz bringen Handschuhe weitere Vorteile. Im Gelände schützen Handschuhe vor schlagenden Ästen oder Dornenhecken  und im Winter gibt es nichts schlimmeres als kalte, durchgefrorene  Hände. Handschuhe gibt es für jede Witterung und jeden Geldbeutel im Fachgeschäft.

 

 

Für das Quad


Auch für das Quad oder ATV gibt es jede Menge an sinnvollem Zubehör. Hier kann man nur schwer Empfehlungen aussprechen, da die verschiedenen Maschinen schon mit den unterschiedlichsten Ausstattungsmerkmalen daher kommen. Wir möchten hier trotzdem mal ein paar Ideen anregen, die sich für uns bisher als sehr nützlich erwiesen haben.


Handprotektoren


Bei manchen Modellen schon serienmäßig dabei, bei den meisten günstigeren Quads leider ein Mangel. Die Handprotektoren, auch Handschalen genannt, sehen nicht nur schick aus, sie bieten auch Schutz. Zum einen, vor allem für Offroader wichtig, schützen sie die Hände des Fahrers vor Ästen, Hecken und anderen Gefahren die in unwegsamem Gelände oder auf schmalen Pfaden oder etwa im engen Gedränge bei MX-Rennen auftreten. Zum anderen schützen sie die Lenkeramaturen, insbesondere Brems- und Kupplungshebel vor ungewollter Betätigung durch obengenannte Fremdgegenstände. Auch für reine Straßenfahrer sind ist dieses Zubehör nicht nur eine optischer Aufwertung, denn hinter den Schalen bildet sich quasi ein kleiner Windschatten. Das hilft bei kühlem Wetter auch ohne dicke Handschuhe keine kalten Finger zu bekommen.




Auswuchtperlen 

Satt die Räder nach aufziehen neuer Reifen mit den gewöhnlichen Gewichten auswuchten zu lassen, gehen immer mehr Quad- und ATV-Fahrer zu dieser etwas jüngeren Methode über, die Räder ins Gleichgewicht zu bringen. Manchmal auch als Auswucht-Sand oder -Pulver bezeichnet, sind die kleinen Auswuchtperlen meistens aus Glas und/oder Kunststoff und sorgen ganz ohne Gewichte stets für einen gleichmäßigen Rundlauf des Rad. Preislich mit ca. 10 Euro pro Rad ist es ungefähr genauso teuer wie konventionelles Wuchten, bietet aber den Vorteil dass sich die Reifen permanent selbständig neu Auswuchten, auch nach längerer Lagerzeit oder etwa ungleichmäßiger Reifenabnutzung.

 

Nerfbars


Bei vielen Quads sind sie mittlerweile schon vom Werk aus oder später beim Händler montiert worden und im Kaufpreis bereits mit eingerechnet. Quads der bekannten Japanischen Hersteller werden aber leider immer noch ohne diese wirklich wichtigen Helfer verkauft. Natürlich sehen diese Alubügel nett und sportlich aus. Aber auch hier gibt es einen wesentlich wichtigeren Nutzen bezüglich der Sicherheit. Rutscht man beim Fahren mit dem Quad versehentlich von den Fußrasten ab, landet man ohne Nerfbars mit dem Fuß auf dem Boden, oder noch schlimmer unterm Hinterreifen. Kein Quadfahrer sollte dieses Risiko eingehen, denn das ist mit das Schlimmste was einem an Missgeschicken auf den vierrädrigen Spaßmobilen passieren kann. Im besten Fall steigt man während voller Fahrt von der Maschine und landet im Graben... im besten Fall! Daher unser Tipp: Sollte das Wunschquad keine Nerfbars vorinstalliert haben, unbedingt nachrüsten! Die sportlich aussehenden Retter kosten zwischen 100 und 200 Euro und sind diese in jedem Fall wert.


Gepäckträger / Koffer

 

Möchte man mal etwas Gepäck transportieren oder das Quad ab und zu mal zum Einkaufen oder ähnlichem verwenden, ist man froh über jeden Zentimeter Stauraum am Quad. Während ATV-Fahrer hier meist recht einfache Lösungen in Form von serienmäßigen Gepäckbrücken und riesigen Transportboxen angeboten bekommen, sieht es für den Besitzer eines Sportquads eher mager aus. Zur Auswahl gibt es hier den klassischen Rollerkoffer, ein mehr oder weniger massiver Gepäckträger mit Box oder eine kleine aber platzmäßig sehr eingeschränkte sogenannte Grapbar-Tasche oder Sixpack-Tasche. Transport-Lösungen für Motorräder wie Tankrucksäcke oder Seitentaschen passen wegen der sehr unterschiedlichen Bauart in den Meisten Fällen nicht ans Quad. Allgemein gilt hier leider fast immer die Devise "praktisch ist nicht schön". Denn je größer die Box oder der Koffer ist, desto weniger bleibt meist von der eleganten oder sportlichen Optik des Fahrzeugs übrig. Preislich gesehen gibt es hier massive Unterschiede. Und so bekommt man solche Transportlösungen schon für ca. 150 Euro, kann aber auch bis hin zu mehreren Hundertern dafür hinblättern.

 

Bumper

 

Bei manchen Modellen schon serienmäßig dabei, bei den meisten ATV's eben aber noch nicht.    Die Schutzbügel, auch Bumper genannt, sehen nicht nur schick aus, sie bieten auch Schutz. Zum einen, vor allem für Offroader wichtig, schützen sie die Karosse und Scheinwerfer vor Ästen, Hecken und anderen Gefahren die in unwegsamem Gelände oder auf schmalen Pfaden oder etwa im engen Gedränge bei MX-Rennen auftreten.

 


Arbeitsleuchten 

gerade bei ATV’S mit LOF Zulassung setzen sich Arbeitsleuchten immer mehr durch. Zum einen einfach weil die normalen Scheinwerfer zu schwach sind um die Gegend um das Quad herum optimal auszuleuchten, des weiteren sind die Arbeitsleichten mit LED Technologie so stromsparend, das sie problemlos an die bestehende Lichtmaschine der Quads angeschlossen werden können. Ein eingetragen in die Fahrzeugpapiere ist nicht notwendig solange die Lampen separat und nicht an das normale Fahrzeuglicht angeschlossen werden, sowie nicht über das Fahrzeug hinausragen!

 

 

Werkzeug & Co.

 

Das ein oder andere Werkzeug zur Verfügung zu haben, ist als Quadfahrer eigentlich immer empfehlenswert. Die einfachen grundlegenden Dinge haben die meisten wohl sowieso zu Hause. Anderenfalls gibt es günstige Einsteiger-Sets im Motorradzubehör-Handel.  Folgende Werkzeuge braucht man immer wieder mal:

 

  • Satz Maulschlüssel
  • Ratsche mit Steckschlüsselsatz
  • Schraubendreher und Imbusschlüssel
  • Zange, Seitenschneider
  • Kabelbinder
  • Multimeter
  • Fettpresse
  • Schraubenkleber / Sicherung
  • Keramik- oder Kupferpaste
  • Quadhebebühne
  • usw...

 

 

 

Das Quad als Arbeitstier

 

Immer öfter sieht man Quads und vor allem ATVs auch  im Einsatz als nützlicher Helfer bei diversen Arbeiten. Kleinere Ortschaften setzen für Ihren Winterdienst vermehrt Quads mit Schneeschildern und Salzstreuern ein, da diese viel kostengünstiger, in der Anschaffung und im Unterhalt sind als Unimogs. Besonders bei der Wald- und Landwirtschaftsarbeit scheinen die kleinen aber dennoch kraftvollen Fahrzeuge ihre Stärken voll ausspielen zu können.

 

Etliches an Zubehör kommt von immer mehr Anbietern auf den Markt:

 

  • Transportanhänger
  • Futter-Streugeräte
  • Düngesprüher
  • Schneeschilde
  • Baggerschaufeln
  • Last-Ausleger
  • Kettensägenhalter
  • Gewehrhalter
  • Arbeitsscheinwerfer
  • Geräteträger
  • Ausweidehilfe
  • Mulcher
  • Kehrmaschine
  • Hochdruckreiniger
  • usw...